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Natur

8. Okt. 2026

El Niño intensiviert sich: Pazifikregion verzeichnet Rekordwärme

Die zentrale und östliche Pazifikregion, ein Brennpunkt für das Klimaphänomen El Niño, verzeichnet derzeit nie dagewesene Oberflächentemperaturen. Erstmals seit Beginn der Aufzeichnungen überschritt die Durchschnittstemperatur in der Niño-3.4-Region die 30-Grad-Marke, was eine Abweichung von 3,39 Grad über dem langjährigen Durchschnitt darstellt. Diese Entwicklung signalisiert eine bemerkenswerte Intensivierung von El Niño, deren Kurve in den letzten Wochen stetig nach oben zeigte und alle bisherigen Jahreswerte übertrifft.

Klimaforscher Helge Gößling vom Alfred-Wegener-Institut (AWI) beschreibt die aktuelle Situation als ein außergewöhnliches "Super-Ereignis", dessen Ausmaß frühere starke El Niños der Jahre 1997 und 2015 um mehr als ein Grad Celsius übertrifft. Die Weltwetterorganisation (WMO) prognostiziert, dass die Meerestemperaturen im zentralen und östlichen Pazifik zwischen Oktober und Dezember weiter ansteigen und El Niño voraussichtlich im Dezember seinen Höhepunkt erreichen wird. Die WMO-Chefin Celeste Saulo betonte, dass El Niño nicht nur stark sei, sondern sich rapide verstärke und mit fast hundertprozentiger Wahrscheinlichkeit bis Februar 2027 andauern werde, was es zu einem der stärksten seit 1950 machen könnte. Diese extremen Bedingungen werden weitreichende globale Auswirkungen haben, darunter erhöhte Dürrerisiken in Südostasien, Teilen Südamerikas und Südafrikas, sowie verstärkte Niederschläge, Überschwemmungen und Hurrikane an der Westküste Südamerikas und im östlichen Pazifik.

El Niño, ein natürliches Klimaphänomen, das normalerweise alle zwei bis sieben Jahre auftritt, wird zwar nicht direkt durch den Klimawandel verursacht, kann jedoch dessen Folgen erheblich verschärfen. Saulo erklärte, dass El Niño keine neue Wärme erzeugt, sondern die im Ozean gespeicherte Wärme freisetzt. Da die Ozeane bereits die höchsten jemals gemessenen Temperaturen aufweisen, steht mehr Wärme zur Freisetzung bereit, was zu einer verstärkten El-Niño-Periode führt. Diese Wechselwirkung zwischen einem natürlich starken El Niño und der menschengemachten Erwärmung könnte im Jahr 2027 zu neuen globalen Hitzerekorden führen, da zukünftige El-Niño-Ereignisse auf einem immer höheren Ausgangsniveau stattfinden und somit die globale Temperaturspirale weiter antreiben.

Die aktuellen Entwicklungen im Pazifik sind ein alarmierendes Zeichen für die dringende Notwendigkeit globaler Anstrengungen im Klimaschutz. Die beispiellose Intensität von El Niño in Verbindung mit den bereits hohen globalen Meerestemperaturen verdeutlicht, wie eng natürliche Klimaphänomene und menschengemachter Klimawandel miteinander verknüpft sind. Es ist entscheidend, dass wir uns den Herausforderungen stellen und nachhaltige Lösungen finden, um die Auswirkungen auf unsere Umwelt und die globale Gesellschaft zu mindern und eine lebenswerte Zukunft zu sichern.