23. Okt. 2026
Den Herbst-Blues besiegen: Psychotherapeutin gibt Ratschläge
Der Übergang in die dunkle Jahreszeit stellt für viele Menschen eine Herausforderung dar, doch eine Psychotherapeutin betont die Bedeutung der inneren Einstellung zur Überwindung des Herbst-Blues.
Die Umstellung auf die Winterzeit und die damit einhergehende frühere Dunkelheit können bei einigen Menschen Unbehagen auslösen. Elisabeth Rauh, Chefärztin für Psychosomatik und Psychotherapie an der Schön Klinik Bad Staffelstein, empfiehlt, die eigene Perspektive auf diese Zeit zu überprüfen. Statt von einer „dunklen Jahreszeit“ zu sprechen, könnte man sie als „stille“ oder „gemütliche“ Phase betrachten. Eine positive Neuausrichtung der Gedanken kann helfen, den Blick auf die Vorteile zu lenken, wie beispielsweise die zusätzliche Stunde Schlaf nach der Zeitumstellung.
Neben der mentalen Neuausrichtung spielen auch praktische Maßnahmen eine wichtige Rolle im Umgang mit saisonalen Stimmungstiefs. Eine geregelte Tagesstruktur mit festen Routinen ist entscheidend. Dazu gehören die bewusste Nutzung von Tageslicht, idealerweise durch frühe Spaziergänge im Freien, sowie regelmäßige körperliche Aktivität an der frischen Luft. Feste Essens- und Schlafzeiten tragen ebenfalls zur Stabilisierung bei. Soziale Interaktionen, auch wenn es Überwindung kostet, können positive Erfahrungen schaffen und das Gehirn stimulieren. Tageslichtlampen können eine ergänzende Maßnahme sein, insbesondere bei bestehenden Symptomen einer Winterdepression, da ihre therapeutische Wirkung gut belegt ist. Bei anhaltend gedrückter Stimmung, Müdigkeit oder Konzentrationsschwierigkeiten über einen Zeitraum von 14 Tagen hinaus, ist es ratsam, ärztlichen Rat einzuholen.
Die Erkenntnis, dass der Winter die Wertschätzung für den Sommer verstärkt, zeugt von einer tiefgründigen Weisheit: Gegensätze bereichern unser Erleben und lehren uns, auch in dunkleren Phasen das Positive zu erkennen. Indem wir diese Perioden als Gelegenheiten zur Einkehr, zur Selbstreflexion und zur Pflege unseres Wohlbefindens nutzen, können wir gestärkt aus ihnen hervorgehen und das Leben in all seinen Facetten bewusster und dankbarer genießen. Dieser Ansatz fördert Resilienz und eine optimistische Lebenseinstellung, die über die Jahreszeiten hinaus Bestand hat.
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