5. Okt. 2026
Nahrungsergänzungsmittel: Mythen und Fakten
Umfassende Nährstoffversorgung: Wann Ergänzungsmittel sinnvoll sind und wann nicht
Freiverkäufliche Mittel: Sicher oder trügerisch?
Viele Menschen glauben, dass Produkte, die frei in Drogerien und Apotheken erhältlich sind, automatisch sicher und staatlich geprüft sind. Die Verbraucherzentrale warnt jedoch davor, diese Annahme unkritisch zu übernehmen. Obwohl Nahrungsergänzungsmittel oft wie Arzneimittel aussehen, gelten sie rechtlich als Lebensmittel. Im Gegensatz zu Medikamenten müssen sie kein aufwändiges Zulassungsverfahren durchlaufen, das ihre Wirksamkeit und Sicherheit umfassend bestätigt. Hersteller, Händler oder Importeure müssen ein Produkt lediglich beim Bundesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit melden. Das Amt überprüft dabei lediglich die Vollständigkeit der Anzeige, nicht jedoch den Inhalt. Die Verantwortung für Sicherheit, Qualität und Wirksamkeit liegt somit ausschließlich beim Hersteller.
Risiken hochdosierter Präparate: Wechselwirkungen und Überdosierung
Bei der Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln können Wechselwirkungen mit Arzneimitteln auftreten. Zudem gibt es für viele Vitamine und Mineralstoffe keine gesetzlich festgelegten Höchstmengen. Die Verbraucherschützer verweisen auf die Empfehlungen des Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) für Höchstmengen. Die Einnahme von hochdosierten Präparaten oder die Kombination verschiedener Produkte kann zu einer unnötig hohen Aufnahme einzelner Nährstoffe führen. Besondere Vorsicht ist bei hohen Dosen bestimmter fettlöslicher Vitamine und einzelner Mineralstoffe geboten.
Ernährung statt Ergänzung: Der wahre Bedarfsfall
Der menschliche Körper benötigt Vitamine und Mineralstoffe, doch Nahrungsergänzungsmittel sind nicht grundsätzlich erforderlich. Eine ausgewogene und abwechslungsreiche Ernährung versorgt einen gesunden Körper in der Regel ausreichend mit allen lebensnotwendigen Nährstoffen. Für die überwiegende Mehrheit der gesunden Menschen sind Nahrungsergänzungsmittel daher überflüssig, da kein Versorgungsdefizit besteht, das ausgeglichen werden müssste. Ausnahmen bilden bestimmte Lebenssituationen, Ernährungsformen oder ein nachgewiesener Mangel. Beispiele hierfür sind Frauen mit Kinderwunsch und Schwangere, für die Folsäure wichtig ist, sowie vegan lebende Menschen, die auf Vitamin B12 achten sollten.
Empfohlene Tagesdosen für spezifische Nahrungsergänzungsmittel
Das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) gibt für Nahrungsergänzungsmittel Höchstmengenempfehlungen für die tägliche Dosis für Jugendliche ab 15 Jahren und Erwachsene heraus. Für Vitamin C liegt diese bei 250 Mikrogramm (µg), für Vitamin D bei 20 µg, für Vitamin E bei 30 Milligramm (mg) und für Vitamin B6 bei 0,9 mg. Für Magnesium wird eine Höchstmenge von 250 mg pro Tagesdosis empfohlen, wobei die Dosis auf mindestens zwei Portionen am Tag aufgeteilt werden sollte.
Vitamin C und Erkältung: Ein weit verbreiteter Irrtum
Die Annahme, dass die regelmäßige Einnahme von Vitamin C vor Erkältungen schützt, ist laut Verbraucherschützern nicht korrekt. Die vorliegende Datenlage deutet jedoch darauf hin, dass die Einnahme von Vitamin C die Dauer und Schwere einer Erkältung geringfügig beeinflussen kann.
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