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Gesundheitswesen

15. Okt. 2026

Die Notfallreform: Orientierung bei Krankheit und Unfall

Die geplante Neugestaltung des Notfallsystems in Deutschland, über die aktuell im Bundestag beraten wird, zielt darauf ab, die Belastung der Notaufnahmen zu mindern. Der Fokus liegt darauf, dass diese Einrichtungen primär für jene Patienten reserviert bleiben, die tatsächlich einer notfallmedizinischen Versorgung bedürfen. Zu diesem Zweck ist die Errichtung von über 700 integrierten Notfallzentren an Kliniken vorgesehen. Diese Zentren sollen eine erste Beurteilung der Patienten ermöglichen, um zu entscheiden, ob eine Behandlung in der Notaufnahme notwendig ist oder ob eine Versorgung in einer Notdienstpraxis ausreichend wäre. Parallel dazu soll der Patientenservice 116117 zu einer zentralen Akutleitstelle ausgebaut werden, die bei der Ersteinschätzung unterstützt und den Patienten den passenden Versorgungsweg aufzeigt. Im Folgenden wird erläutert, welche Schritte aktuell im Falle einer Erkrankung oder eines Unfalls zu unternehmen sind und wie man die Situation richtig einschätzt.

Notfallversorgung: Wann man den Rettungsdienst ruft oder zum Arzt geht

Im Falle einer Erkrankung oder Verletzung ist es entscheidend, die Dringlichkeit der Situation richtig einzuschätzen, um schnell die passende medizinische Hilfe zu erhalten. Wenn eine lebensbedrohliche Situation vorliegt, wie Bewusstlosigkeit, schwere Atemprobleme, starke Herzbeschwerden oder unkontrollierbare Blutungen, sollte umgehend die Notrufnummer 112 gewählt werden. Dies gilt auch bei Vergiftungen, Stromschlägen und schwangerschaftsbedingten Komplikationen. In solchen Fällen ist es ratsam, auf den Rettungsdienst zu warten und nicht eigenständig ins Krankenhaus zu fahren. Bei weniger akuten, aber dennoch dringenden Beschwerden, die keine unmittelbare Lebensgefahr darstellen, ist der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der Telefonnummer 116117 die richtige Anlaufstelle. Dieser Dienst ist rund um die Uhr erreichbar und kann nach einer Ersteinschätzung an eine Bereitschaftspraxis vermitteln, einen Hausbesuch veranlassen oder gegebenenfalls an eine Notaufnahme weiterleiten.

Für weniger schwerwiegende Symptome, die sich mit Hausmitteln oder rezeptfreien Medikamenten lindern lassen und bei denen man die Beschwerden gut einschätzen kann, ist es ausreichend, am nächsten Werktag den Hausarzt zu konsultieren. Bei Unsicherheit bietet das Patienten-Navi auf 116117.de eine erste Orientierung und zeigt die nächstgelegene offene Bereitschaftspraxis an. Um für den Ernstfall vorbereitet zu sein, empfiehlt es sich, wichtige Telefonnummern wie die des Hausarztes, Kinderarztes, die 112 und 116117 im Mobiltelefon zu speichern. Zudem sollten die Versichertenkarte und eine aktuelle Medikamentenliste stets griffbereit sein. Diese Vorgehensweise gilt auch für kranke Kinder: Bei ernsthaften Bedenken oder Unsicherheit sollte tagsüber der Kinderarzt kontaktiert werden. Außerhalb der Sprechstundenzeiten oder am Wochenende hilft auch hier der Bereitschaftsdienst unter der 116117 weiter. Schwerwiegende Symptome bei Kindern, wie Bewusstlosigkeit, Atemnot, Nackensteife oder Krämpfe, erfordern jedoch eine sofortige Fahrt in die Notaufnahme oder den Anruf des Rettungsdienstes.

Vorbereitung auf Notfälle und die Rolle der 116117 bei der Entscheidungsfindung

Eine gute Vorbereitung ist entscheidend, um in medizinischen Notfällen schnell und richtig zu handeln. Es ist ratsam, wichtige Telefonnummern wie die des Haus- oder Kinderarztes sowie die Notrufnummern 112 (für lebensbedrohliche Situationen) und 116117 (für den ärztlichen Bereitschaftsdienst) im Mobiltelefon zu speichern. Zudem sollten die Versichertenkarte und, falls vorhanden, eine aktuelle Liste der eingenommenen Medikamente stets griffbereit gehalten werden. Diese einfachen Vorkehrungen können im Ernstfall wertvolle Zeit sparen. Für Eltern kranker Kinder gelten ähnliche Richtlinien: Bei Anzeichen einer ernsthaften Erkrankung oder Unsicherheit sollte tagsüber zunächst der Kinderarzt kontaktiert werden. Außerhalb der üblichen Sprechzeiten oder an Wochenenden bietet der ärztliche Bereitschaftsdienst unter der 116117 auch für Kinder eine Ersteinschätzung und vermittelt die notwendige Versorgung.

Der Patientenservice unter der Telefonnummer 116117 spielt eine zentrale Rolle bei der Entlastung der Notaufnahmen, indem er eine erste Einschätzung der Beschwerden vornimmt. Geschulte Mitarbeiter am Telefon beurteilen die Dringlichkeit der Situation und leiten die Patienten zur passenden Versorgungsstelle weiter. Dies kann eine Bereitschaftspraxis sein, bei Bedarf wird ein Hausbesuch organisiert oder der Patient an eine Notaufnahme verwiesen, falls dies medizinisch notwendig ist. Für Situationen, in denen das Kind nicht ansprechbar ist, ungewöhnlich ruhig oder teilnahmslos wirkt, unter schwerer Atemnot leidet, Nackensteife oder Krämpfe hat, oder grundlos stürzt, ist eine sofortige Maßnahme erforderlich. In diesen Fällen sollte umgehend die Notaufnahme aufgesucht oder der Rettungsdienst gerufen werden, ebenso bei Verletzungen durch Unfälle, Stürze aus großer Höhe, Verbrennungen und Verbrühungen. Der Ausbau der 116117 zu einer Akutleitstelle soll diese Prozesse weiter optimieren und sicherstellen, dass jeder Patient die für seine Beschwerden bestmögliche und schnellste Hilfe erhält, ohne unnötigerweise Notaufnahmen zu belasten.