Zurück zur Liste
Verkehr

8. Juni 2026

Achtung Touristen: Fotografierverbote im Ausland beachten

In zahlreichen Reisezielen weltweit ist besondere Vorsicht geboten, wenn es ums Fotografieren geht. Was für den unaufmerksamen Urlauber harmlos erscheint, kann im Gastland als ernster Verstoß gewertet werden und weitreichende Konsequenzen haben. Ein aktuelles Beispiel ist der Fall eines deutschen Touristen auf Kreta, der in der Nähe des Flughafens Chania festgenommen wurde, weil er militärische Flugzeuge fotografiert haben soll. Der Vorwurf lautete auf Spionageverdacht, was die Ernsthaftigkeit solcher Situationen unterstreicht.

Auch in anderen europäischen Ländern existieren strikte Regeln. Polen beispielsweise hat eine umfassende Liste von rund 25.000 Objekten, deren Fotografieren untersagt ist. Dazu gehören nicht nur militärische Anlagen und kritische Infrastruktur wie Brücken und Kraftwerke, sondern überraschenderweise auch bestimmte Bankfilialen. Verstöße können dort mit Beschlagnahmung der Ausrüstung, bis zu 30 Tagen Haft und Geldstrafen von mehreren tausend Euro geahndet werden. Obwohl diese Orte oft beschildert sind, können die Hinweise unklar oder schwer erkennbar sein. Ähnliche Bestimmungen gelten in Tschechien, wo Reisende auf Schilder wie „Zákaz fotografování“ (Fotografieren verboten) achten sollten, beispielsweise in der Nähe des Verteidigungsministeriums in Prag. Darüber hinaus umfassen Fotografierverbote häufig religiöse und historische Stätten, Paläste, Mitglieder von Königshäusern, Privatpersonen ohne deren explizite Zustimmung sowie Armutsszenen. Auch der Sicherheitsbereich an Flughäfen ist eine Zone, in der striktes Fotografierverbot herrscht, und Zuwiderhandlungen können die Abreise verhindern.

Um unangenehme Situationen und rechtliche Schwierigkeiten zu vermeiden, ist es unerlässlich, sich vor Antritt einer Reise gründlich über die spezifischen Fotografierverbote des jeweiligen Landes zu informieren. Das Auswärtige Amt bietet hierfür detaillierte Reisehinweise, die eine verlässliche Informationsquelle darstellen. Zusätzlich können Reiseveranstalter oder lokale Touristeninformationen weiterhelfen. Im Zweifelsfall ist es stets ratsamer, auf ein Foto zu verzichten, anstatt das Risiko einzugehen, unbeabsichtigt gegen lokale Gesetze zu verstoßen und damit die Reise oder sogar die persönliche Freiheit aufs Spiel zu setzen. Ein respektvoller Umgang mit den Gebräuchen und Gesetzen des Gastlandes ist ein Zeichen von Wertschätzung und sorgt für eine reibungslose und erfreuliche Urlaubserfahrung.